#GemeinsamEinenSchrittVoraus – das neue Gesundheitsbewusstsein

Das neue Sicherheits- und Gesundheitsbewusstsein

Eine großflächige Verbreitung einer Virusinfektion im Ausmaß einer COVID-19-Pandemie ist kein alltägliches Ereignis. Sie kam überraschend und führte zu einer Veränderung des Sicherheits- und Gesundheitsbewusstseins. Wir sind uns unserer Verwundbarkeit bewusst geworden. Dadurch wird einerseits der Anspruch an Arbeitgeber wachsen, ein sicheres und virenfreies Umfeld zu schaffen, in dem man sich bedenkenlos bewegen kann. Andererseits ändert sich aber auch die Betrachtungsweise der persönlichen, individuellen Gesundheit. Themen wie gesunde und richtige Ernährung, persönliche Präventivmaßnahmen zum Schutz der eigenen Gesundheit, oder auch die mentale Belastung in Krisenzeiten werden aktueller. Dies haben kürzlich von Sodexo gemachte Erfahrungen aus aller Welt gezeigt.

Sicherheitsbewusstsein

Eine Virusinfektion wie COVID-19 kann in allen Bereichen – sei es in Bereichen der Produktion, der Dienstleistung oder Verwaltung – die gleichen ernsthaften Konsequenzen mit sich bringen. Wie die von Sodexo gemachten globalen Erfahrungen zeigen, führt das zu einer gesteigerten Sensibilität hinsichtlich der Präventivmaßnahmen durch Arbeitgeber. Hier hat ein massives Umdenken stattgefunden. War bisher eher in Produktionsbereichen Arbeitssicherheit ein Hauptthema, wurde dieses Thema in einem Büroumfeld zwar wahrgenommen, aber nicht als oberste Priorität gesehen. Der Grund liegt in den gesundheitlichen Auswirkungen bzw. Folgen von Arbeitsunfällen. Während in Produktionsbereichen Unfälle oft mit schweren oder sogar tödlichen Verletzungen enden können, beschränkte sich das Ausmaß in einem Büro in der Regel auf leichte Folgen. Das hat sich jetzt massiv geändert, es kann jeden überall treffen. Um dem gesteigerten Bedürfnis nach Sicherheit vor Infektionen nachzukommen, empfiehlt es sich, sehr pro-aktiv und plakativ, verschiedene Sicherheitsvorkehrungen, wie z.B. Desinfektions-Stationen, Informationsplakate zum Thema etc. zu treffen. Der Stellenwert von Arbeitssicherheit muss in Anbetracht von COVID-19 im Büroalltag noch weiter erhöht werden. Abgesehen von der Sicherstellung der Hygiene im Arbeitsumfeld, fallen darunter auch Sicherheitsmaßnahmen gegenüber Personen/MitarbeiterInnen von externen Firmen. Unternehmen in China setzen verstärkt auf „Sicherheitsbarrieren“, das heißt, vor dem Betreten von Arbeitsbereichen wird die Körpertemperatur gemessen, das Tragen von Schutzmasken ist Pflicht. Den Sicherheitsfachkräften kommt dementsprechend eine viel größere Verantwortung zu. Die Sicherheitsfachkräfte werden somit zu einer Schlüsselposition. Achtung: Bevor Maßnahmen wie die Messung der Körpertemperatur eingeführt werden, sollten diese von einem Juristen geprüft werden. COVID-19 hebelt den Datenschutz nicht aus.

Gesundheitsbewusstsein

In einem ähnlichen Ausmaß steigt auch das persönliche Gesundheitsbewusstsein. Gefördert wird das durch den aktuellen, stark von den Medien unterstützten, öffentlichen Diskurs in Europa. Durch einen teilweise längeren Aufenthalt im Homeoffice, verändern sich auch die Tagesroutinen und viele nehmen sich mehr Zeit, über ihre Gesundheit nachzudenken. Dabei spielt die Ernährung eine große Rolle. Viele ArbeitnehmerInnen wollen durch die Ernährung einen positiven Betrag zu ihrer Gesundheit beitragen. Diese Erwartungshaltung bleibt aufrecht und wird enttäuscht, wenn am Arbeitsplatz keine Möglichkeit zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung geboten wird. Das gilt auch für entsprechende sonstige Angebote, die physische und mentale Gesundheit zu unterstützen.

Fazit: Globale Erfahrungen von Sodexo haben gezeigt, dass besonders in Zeiten nach dem Lockdown intensiv über alle relevanten Themen rund um den Schutz der Gesundheit und die Sicherheit am Arbeitsplatz mit den Arbeitnehmern kommuniziert werden muss. Je proaktiver und intensiver die Kommunikation stattfand, z.B. durch regelmäßige Beiträge im Intranet, Informationsplakate, Hinweisschildern etc., desto besser fühlten sich die Arbeitnehmer abgeholt und in ihren Bedenken ernst genommen.

Essen ist die neue Religion

Egal welche Trendstudie man heranzieht, das Ergebnis ist einstimmig: Essen ist der neue Pop. Übertrieben? Nein, das zeigen auch Erfahrungswerte aus zahlreichen Mitarbeiterrestaurants. Und mehr noch: Essen ist Teil unserer Lebensphilosophie geworden. Christine Schäfer vom Gottfried-Duttweiler-Institut meint dazu: „Wir identifizieren uns übers Essen wie nie zuvor. Unsere Ernährung ist Ausdruck dessen, wer wir sind oder gerne sein würden. Essen funktioniert als gemeinsamer Nenner, immer mehr dient es aber auch als Differenzierungsmerkmal gegenüber anderen. Über die Art, wie wir uns ernähren, senden wir eine klare Botschaft aus, und umgekehrt beurteilen wir die Haltung des anderen ebenfalls nach dem, was er auf dem Teller hat.“ (Vgl. Christine Schäfer im Interview der Zeitschrift Salz & Pfeffer, http://www.salz-pfeffer.ch/themen/im-gespraech/essen-ist-der-neue-pop; abgerufen am 07.08.2019.)

Zu dieser Entwicklung haben mehrere Faktoren geführt. So haben wir im Gegensatz zu vielen anderen Lebensbereichen bei unserer Ernährung die Möglichkeit, aktiv Einfluss zu nehmen – auf unsere Gesundheit, die Umwelt, die Lebensbedingungen von Produzenten und Tieren. Es steht uns frei zu entscheiden, wann, wo, wie und mit wem wir essen. Und weil wir diese Freiheiten haben und genießen, ist es uns auch wichtig, diese zu dokumentieren. Dementsprechend haben die sozialen Medien unsere Beziehung zum Essen revolutioniert. Kommt ein Gericht, wird erst fotografiert und dann geteilt. Die unüberschaubare Anzahl Essensbilder auf Instagram macht klar, welch bedeutende Rolle das Essen in der digitalen Kommunikation spielt. Essen wird zunehmend zum Identitätsstifter und löst dabei bereits z.B. die Musik ab, die lange Zeit als zentrale Ausdrucksmöglichkeit der eigenen Identität galt. Die eigene Ernährung wird immer stärker politisch, das Gewissen isst mit. Prominente Persönlichkeiten wie Michelle Obama sprechen öffentlich darüber und nutzen das Thema, um ihren politischen Standpunkt zu manifestieren.

Der Begriff Lebensmittel hat in der öffentlichen Kommunikation außerdem eine neue Definition bekommen, beeinflusst von der Medizin. Denn in der westlichen Wohlstandsgesellschaft hat die Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufgrund einseitiger Ernährung rapide zugenommen. Die daraus resultierenden Krankenstandstage und Kosten für die Volkswirtschaft bzw. das öffentliche Gesundheitssystem rücken diesen Umstand immer stärker in den Fokus der öffentlichen Debatte. Viele Unternehmen haben die Problematik erkannt und versuchen, in den Mitarbeiterrestaurants eine gesundheitsfördernde Ernährung zu unterstützen. Gesundheit bedeutet heute nämlich nicht nur, keine Krankheit zu haben, sondern Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit aktiv zu fördern. Und Gesundheit ist von vielen Faktoren abhängig – schon junge Konsumenten wissen heute, dass einer davon das Essen ist. Mithilfe der richtigen Ernährung bastelt der moderne Mensch an der besten Version seiner selbst. „Digestive Wellness“ lautet das Zauberwort.

Spannend in diesem Zusammenhang ist auch das Aufkommen von Nahrung mit Zusatznutzen, des gehypten Functional Food. Alltägliche Beispiele dafür, die schon jetzt aus keinem Supermarkt mehr wegzudenken sind, sind probiotischer Joghurt oder Brot mit Omega-3-Fettsäuren. Neue Trends sind auf Pflanzen basierende Lebensmittel als Alternative zu tierischen Proteinquellen sowie Free-from-Produkte, also auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten abgestimmte Lebensmittel. Hanni Rützler dazu in ihrem Food Report 2020: „Food-Trends zeigen Lebensgefühle und Sehnsüchte auf, bieten Orientierung und Lösungsversuche für aktuelle Problemstellungen. Getragen werden sie immer von Menschen. Geprägt aber werden sie von den tiefgreifenden, globalen und langfristig wirksamen Veränderungen der Megatrends. Food-Trends können deshalb als ‚Barometer‘ fungieren: An ihnen lassen sich Entwicklungen ablesen, die sich tiefer in die Gesellschaft ausbreiten.“ (Vgl. Hanni Rützler, Food Report 2020, Zukunftsinstitut Frankfurt.) In ihrem Foodreport 2019 widmet Rützler der Gemeinschaftsverpflegung ein ganzes Kapitel und berichtet darüber, wie der Einfluss der verschiedenen Trends rund um die Ernährung und der globalen Mega-Trends auch in den heimischen Betriebsrestaurants immer spürbarer wird. Angesichts dieser die Gesellschaft grundlegend beeinflussenden und verändernden Entwicklungen bleibt Unternehmen gar keine andere Wahl, als sich mit dem Themenfeld Ernährung am Arbeitsplatz auseinanderzusetzen.

Denn ein auf die veränderten Wünsche und Bedürfnisse abgestimmtes Angebot ist bei der Bewertung der Attraktivität von Arbeitgebern bereits zu einem Differenzierungsmerkmal geworden. Das bedeutet aber nicht, dass zwangsläufig ein Mitarbeiterrestaurant mit eigener Küche vor Ort vorhanden sein muss. Die neuen Ansätze für die Verbindung von Raum und Gastronomie ermöglichen es z.B. auch Unternehmen mit einer kleineren Belegschaft, ein attraktives Angebot zu schaffen.

 

 

Im Gespräch mit Roland Trettl über Essen am Arbeitsplatz

Herr Trettl, wie sind Sie persönlich das erste Mal mit dem Thema Essen am Arbeitsplatz in Berührung gekommen?

Als ich mit 14 Jahre meine Lehre in einem Hotel mit 40 Mitarbeitern begonnen habe, wurde das gemeinsame Essen schon großgeschrieben. Vor Beginn des Gästeservice haben alle Mitarbeiter gemeinsam gegessen, nach dem Service haben sich die Abteilungsleiter und die Besitzer beim Essen getroffen um den Tag zu besprechen. Das war ein fixes Ritual und wurde zelebriert. Schon da wurde mir klar, dass es ein Zusammenspiel zwischen gutem Essen und Arbeit besteht.

Viele Unternehmen beschäftigen sich gerade sehr intensiv mit der Frage, wie die Verpflegung der MitarbeiterInnen am Arbeitsplatz gestaltet werden soll. Was sind hier Ihrer Meinung nach Aspekte, die unbedingt in die Überlegungen einbezogen werden sollten?

Qualität, Qualität, Qualität. Das ist oberste Priorität, die muss im Fokus stehen. Als nächstes muss der Respekt dem Lebensmittel gegenüber immer ein Aspekt sein. Woher kommen diese, wie können diese nach Möglichkeit vollständig verarbeitete werden. Wichtig finde ich auch die Reduktion von Abfall. Bei mehreren angebotenen Menüs muss nicht unbedingt jedes Gericht bis zur letzten Minute vorgehalten werden, es darf auch ruhig einmal etwas ausgehen. Was nicht notwendig ist, jedem Food Trend unbedingt nachzulaufen, die Gäste sollen nicht überfordert werden.

„Kantinenessen“ war bis vor einigen Jahren ein Synonym für eher unattraktives Essen von mittlerer Qualität. Heute machen manche Betriebs-Restaurants der gehobenen Gastronomie Konkurrenz. Hat Sie diese Entwicklung überrascht?

Ja, absolut. Als ich vor 5 Jahren die Anfrage von Sodexo für eine Zusammenarbeit erhalten habe, war das noch so meine Einschätzung. Ich habe dann aber drei Betriebe besucht und habe gesehen, dass ich mich geirrt habe. Es herrscht ein wirklich hohes Niveau in vielen Betrieben. Erschreckend aber, wie billig ein Essen auf einem so hohen Qualitätsniveau in der Gemeinschaftsgastronomie verkauft wird. Überlegen Sie einmal, ich bekomme dort eine Hauptspeise mit mehreren Komponenten für den Preise eines doppelten Espressos am Flughafen, der dazu noch nicht einmal schmeckt. Das ist meiner Meinung nach eine komplett falsche, weil viel zu geringe, Wertschätzung!

Unternehmen die großen Wert auf eine sehr hohe Qualität bei der Verpflegung der MitarbeiterInnen legen begründen das sehr oft mit dem Argument, dass gutes Essen motiviert. Ist das Ihrer Meinung nach ein valides Argument?

Ja, definitiv. In doppelter Hinsicht. Einerseits ist Essen der Treibstoff für unseren Körper. Das ist wie beim Auto. Je besser der Treibstoff, je höher die Qualität und Dauer der Leistung. Wenn es um Autos geht verstehen das alle, leider ist das nicht so wenn es um gute Ernährung geht. Der zweite Aspekt ist aber genauso wichtig. Gutes Essen ist Ausdruck einer hohen Wertschätzung gegenüber dem Mitarbeiter. Beides trägt meiner Meinung massiv zur Motivation bei.

Welche Rolle wird das Thema Gesundheit bzw. Gesundheits-förderung in Zukunft in der Betriebs-Gastronomie spielen?

Das Thema Gesundheit in Verbindung mit Essen ist doch selbstverständlich und wir sollten nicht zu viel Zeit damit verbringen über das Selbstverständliche zu quatschen. Es wird ja in letzter Zeit sehr viel über das Thema Gesundheit in verschiedensten Zusammenhängen geredet, und viel davon ist nur BlaBla. Da möchte ich eine Frage stellen. In der Betriebs-Gastronomie geht es leider in vielen Betrieben immer noch nur um den Preis. Es muss billig sein, also werden billige Grundprodukte aus Massenproduktion einkauft. Welche Erwartungshaltung kann ich denn dann an solche Lebensmittel haben und deren Einfluss auf meine Gesundheit? Hier lügt man sich doch selber an!

Arbeitnehmer versuchen sich auf dem Arbeitsmarkt als besonders attraktiv darzustellen. Gerade Unternehmen in der IT- oder Pharma-Branche, die dringend neuen jungen Talente suchen, nutzen die Betriebs-Gastronomie als ein Differenzierungsmerkmal. Macht das Ihrer Meinung nach Sinn?

Ja, und das könnten auch Unternehmen in anderen Branchen machen. Allerdings macht das Ganze nur dann Sinn, wenn die gegebenen Versprechungen auch eingehalten werden. Es muss ehrlich sein. Ehrlich den Mitarbeitern gegenüber, aber auch ehrlich den Lebensmitteln und deren Produzenten gegenüber. Wenn es keine Marketing-Floskeln sind, finde ich das super.

In manchen Mitarbeiter-Restaurants gibt es ein Ampelsystem zur Qualifizierung von Gerichten. Während der Salat mit Hühnerstreifen mit grün markiert wird, ist die Currywurst mit Pommes rot. Ist so etwas Ihrer Meinung nach zielführend und bring mehr Tischgäste dazu sich gesundheitsfördernd zu ernähren?

Ich bin der Meinung alles sollte grün sein. Das geht absolut zu weit, Essen muss Genuss bleiben, wenn ich eine rote Ampel sehe nimmt es mir die Freude am Essen. Je mehr wir über Gesundheit sprechen, umso kränker werden die Menschen werden. Schauen Sie sich doch an wie die Anzahl der Depressions-Erkrankungen stetig steigt. Essen muss Freude machen, mit einer roten Ampel hat niemand Freude. Menschen auf etwas hinweisen ist ok aber nie mit erhobenem Zeigefinger. Nichts ist mehr ein erhobener Zeigefinger als eine rote Ampel.

Wenn Sie die aktuellen Ernährungstrends beobachten wie Functional Food oder Free-From-Food, sehen Sie darin eine tatsächliche Veränderung der Essgewohnheiten in unserer Gesellschaft oder ist das nur eine kurzlebige Modeerscheinung?

Die zwei Food Trends kenne ich gar nicht. Ich bin der Meinung das Food Trends in den meisten Fällen mehr als Marketing-Gag für die mediale Welt geschaffen werden, nicht für die Konsumenten. Es muss immer wieder was Neues sein um einen neuen medialen Aufhänger zu haben. Permanent auf neue Trends aufzusteigen heißt für mich, dass die Stärke des Wesentlichen nicht erkannt wurde. Immer wieder neuen Trends zu folgen ist für mich ein Hinweis auf Unsicherheit. Wenn ich an einem Bahnhof stehe in dem 10 Züge in die gleiche Richtung fahren, werde ich nicht alle 10 nehmen können. Ich werde den nehmen, der mich am komfortabelsten ans Ziel bringt. Und das werde ich in der Folge jeden Tag machen.

Studien zufolge ist wird Ernährung immer mehr zum Ausdruck der persönlichen Lebensphilosophie. Durch die Auswahl und Zusammenstellung der Ernährung werden u.a. auch politische Aussagen getroffen z.B. der bewusste Verzicht auf Fleisch als aktiver Beitrag zum Klimaschutz. Teilen Sie diese Meinung, das Essen politisch wird?

Politik ist ein Thema, über das ich nicht sprechen möchte. Aber ich würde mir wünschen, dass die Haltung zum Essen in Österreich einen Stellenwert wie in den südlichen Ländern bekommen würde und damit an vorderster Stelle steht. Der Italiener fährt gerne mit einem alten Panda rum aber er legt Wert auf gutes Essen. Da haben wir noch einen langen Weg vor uns, obwohl eine Verbesserung zu erkennen ist. Politik ist das Letzte was Freude macht und passt nicht zum Essen.

Ihre Zukunftsprognose für die Entwicklung der Gemeinschaftsgastronomie. In welche Richtung wird es gehen, was kommt was geht?

Ich habe keine kulinarische Glaskugel und kann auch nicht in die Zukunft schauen. Aber lassen Sie mich doch einmal träumen. Ich gehe viele Jahrzehnte zurück als die Gemeinschaftsgastronomie begonnen hat. Da saßen viele Leute gemeinsam an einem großen Tisch, es kamen viele Töpfe und Schüsseln auf den Tisch und man hat zusammen gegessen. Mir ist klar, dass diese Vorstellung vielleicht etwas überspitzt ist und es so nicht mehr werden wird. Aber das Schönste für mich wäre, wohl wissend das es so nicht kommen wird, wieder große Töpfe und Schüsseln mit gutem Essen auf einem großen Tische stehen zu sehen. Weniger ist mehr und damit meine ich nicht eine Minderung der Lebensmittelqualität. Wenn ich weniger sage, dann rede ich von weniger Gequatsche rund ums Essen. Ich rede von weniger auf dem Teller, weil die Portionen in der Gemeinschaftsgastronomie heute viel zu groß sind. Ich rede von weniger erhobenen Zeigefingern und Belehrungen was gut für mich ist oder nicht. Ich rede aber gleichzeitig auch von mehr Respekt Lebensmitteln gegenüber und damit verbunden die Bereitschaft, mehr Geld auszugeben für gutes Essen.

 

Kurzvita von Roland Trettl

Roland Trettl begann seine Ausbildung zum Koch 1987 im Parkhotel Holzner in seinem Heimatort Oberbozen auf dem Ritten und setzte sie in Bozen im Restaurant Amadé fort. Danach folgten Stationen in Eckart Witzigmanns Münchener Restaurant Aubergine, im Restaurant Tantris sowie in Witzigmanns Restaurant Ca’s Puers auf Mallorca.

Fast 10 Jahre führte er als Executive Chef bis 2013 das Restaurant Ikarus im Hangar-7 am Flughafen Salzburg. Unter der Schirmherrschaft von Eckart Witzigmann stellte er im Monatsrhythmus Köche aus aller Welt vor.

Seine TV Karriere startete 2013 und 2015 als Gastjuror in der Sat.1 Koch-Castingshow „The Taste“, in Folge wurde er dann fixer Juror. Zusammen mit Tim Mälzer moderierte er die Sat.1-Sendung „Karawane der Köche“ und trat als Profi-Koch 2017 und 2018 in der Kochshow „Grill den Profi“ in mehreren Folgen auf. Seit 2018 ist er Gastgeber in der Dating-Doku „First Dates – Ein Tisch für zwei“ beim Sender VOX.

Ray Oldenburg im Interview

Der Soziologe Ray Oldenburg definierte erstmals den Begriff „Third Place“. Das Phänomen gemeinschaftlich genutzter öffentlicher Orte außerhalb der eigenen vier Wände und der Büros gibt es schon seit Jahrhunderten. In Lexika als „Third Place“ aufgenommen wurde es jedoch erst, nachdem es von Ray Oldenburg gründlich erforscht und 1989 in seinem Buch „The Great Good Place“ veröffentlicht wurde. Seitdem hat es nicht an Aktualität eingebüßt. Die Idee der Third Places erscheint in vielen wissenschaftlichen Diskussionen – egal, ob zum Thema Gemeinschaft, zu sozialen Beziehungen oder zur Bedeutung öffentlicher Orte. Oldenburg, dessen Buch noch immer erhältlich ist, wurde eines Tages sogar von Starbucks gebeten, sich positiv über deren Cafés zu äußern. (Er lehnte ab.) Völlig losgelöst vom First Place (das Zuhause) und Second Place (das Büro) erscheinen die Third Places seit einigen Jahren in neuem Glanz. Nicht zuletzt, weil viele Unternehmen die Bedeutung der Third Places im Büro entdeckt haben – als Cafés und Loungebereiche, in denen Mitarbeiter Kaffee, Tee oder sogar Bier trinken und sich in entspannt informeller Atmosphäre mit Kollegen austauschen können.

Der emeritierte Soziologieprofessor der University of West Florida in Pensacola sagt, dass sein in acht Jahren geschriebenes Buch vom Umzug in einen Vorort in Florida inspiriert wurde.

Wie konnte ein Umzug nach Pensacola zur Inspirationsquelle für „The Great Good Place“ werden?

Unser erstes Haus befand sich in einem neuen Viertel mit lauter jungen Leuten. Wir alle haben uns regelmäßig getroffen, wobei allerdings nicht jene zurückgezogene exklusive Nachbarschaft entstand, wie sie in den heutigen Vorstädten üblich ist. Unser zweites, bis heute bewohntes Haus liegt in einem unglaublich ruhigen Vorort. Manchmal fragte ich mich, warum es hier überhaupt Gehwege gibt? Genutzt werden sie jedenfalls von niemandem. Der Bürgermeister von Charleston hat immer gesagt, dass die Amerikaner nicht wissen, wie man Städte baut. In einer lebenswerten Stadt sollten die Dinge des täglichen Bedarfs fußläufig erreichbar sein – hiervon haben wir uns meilenweit entfernt und müssen stattdessen wegen jeder Kleinigkeit ins Auto steigen.

Was haben Sie also getan?

Ich habe unsere Doppelgarage in eine Bar verwandelt und damit meinen eigenen Third Place geschaffen. Dort befüllte ich einen echten Mahagonischrank mit diversen Spirituosen. Hinzu kamen ein Kühlschrank mit Bier und ein kleiner Weinschrank. Heute trinke ich zwar nicht mehr so viel, dennoch gefällt mir die Vorstellung, ein guter Gastgeber zu sein. Wir haben feste Öffnungszeiten mittwochs und sonntags, zu denen alle möglichen Leute kommen: Angestellte der Universitätsbibliothek, mein Schwager, ein pensionierter Arzt und viele andere.

 Was hat Sie in den letzten 25 Jahren an den Third Places am meisten überrascht?

Die größte Überraschung ist, dass sie von der Geschäftswelt aufgegriffen wurden. Früher dachten die Unternehmen, dass ihre Mitarbeiter umso produktiver sind, je länger sie am Schreibtisch sitzen. Diese Vorstellung ist in tausend Stücke zersprungen, nachdem Manager erkannt haben, dass die Produktivität steigt, wenn man die Menschen arbeiten lässt wo und wann sie wollen. Der Markt steht unter hohem Wettbewerbsdruck, und es ist wichtig, mit Innovationen der Erste zu sein. Wenn man Menschen zusammensitzen und miteinander reden lässt, dann entstehen auch Innovationen schneller. Und ich glaube, dass sich daran für die Wirtschaft so schnell nichts ändern wird.

 Welche sind heute die wichtigsten Third Places?

Bibliotheken, Gemeinderäume und Kirchen, neu gestaltete Jugendherbergen und Cafés, die sich jeder leisten kann. Auf Reisen habe ich die Hauptstraße gern 20 bis 30 Minuten vor meinem eigentlichen Ziel verlassen, um an einen Ort zu gelangen, an dem die Dinge real und authentisch sind. Manchmal hätte ich zwar auf das Essen verzichten können, doch letztlich war ich immer froh, es genau dort bekommen zu haben.

 Ist Social Media eine neue Form des Third Places?

Third Places sind ein Face-to-Face-Phänomen, weshalb die Idee, elektronische Kommunikationsmedien könnten virtuelle Third Places erzeugen, irreführend ist. „Virtuell“ bedeutet, dass etwas in Wesen und Wirkung genauso ist wie etwas anderes – und das ist in diesem Fall nicht richtig. Wer an einen Third Place kommt, öffnet sich in gewisser Weise denen, die schon da sind. Und diese Personen können völlig anders sein als man selbst. Wer aber seine Nachbarn nicht kennt, wird misstrauisch. Und wer misstrauisch ist, wird auch entsprechend handeln. Auf dieser Basis entstehen keine nachbarschaftlichen Beziehungen. Wenn man Zeit mit anderen Menschen verbringt, wird man diese nicht hassen – so einfach ist das.

Sollten Unternehmen sich stärker für mehr Third Places einsetzen?

Ich denke, Third Places spielen schon eine Rolle, wenn man gute Mitarbeiter halten möchte – z.B. indem sie bekommen, was sie sich wünschen. Wenn Mitarbeiter die Möglichkeit haben, Third Places zu nutzen, bedeutet dies für Unternehmen einen großen Sprung nach vorn, hin zu mehr Interaktion und Vielfalt in einer vielfältigen Welt. Und mit Vielfalt meine ich ziemlich viele Dinge: Rasse, Religion, Ethnie, aus welchem Landesteil man kommt, sozio-ökonomische Unterschiede und vieles mehr, was die Menschen voneinander unterscheidet und füreinander interessant macht.

Wie nützlich sind interne Third Places in Arbeitsstätten?

Bringt Kaffee die Menschen zusammen? Viele wetten, dass das so ist. Doch die Menschen brauchen manchmal Auszeiten. Man kann bei der Arbeit viele Freundschaften und gute Beziehungen haben. Ich denke aber nicht, dass man sich darauf beschränken sollte. Third Places in öffentlichen Bereichen haben vielfältige Nutzer, was für die Entwicklung des Einzelnen besser ist. Hier kann Vielfalt auf eine viel angenehmere Art erlebt werden. Menschen sind gesellige Tiere, und glückliche Menschen befinden sich gern inmitten anderer glücklicher Menschen. Wer einen Third Place hat, hat mehr Freunde. Und je mehr Freunde man hat, desto länger lebt man. Unternehmen würden also gut daran tun, das Entstehen von Third Places zu fördern. Den Beschäftigten Auszeiten zu ermöglichen, kann durchaus dazu beitragen, gute Mitarbeiter zu halten.

Work Café – Third Places

Third Places dienen allen Menschen eines Unternehmens als wichtiger Knotenpunkt, an dem sie sich vernetzen und ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln können. Die Räume fördern nicht nur den für die Mitarbeitermotivation essentiellen sozialen Austausch. Sie erleichtern es den Beschäftigten auch, sich zu treffen und zusammenzuarbeiten – und nebenbei die anregende Umgebung zu genießen.

Ray Oldenburg identifizierte zehn wichtige Merkmale von „Great Good Places“. Nachdem auch Unternehmen in ihren Arbeitsumgebungen immer mehr interne Third Places einrichten (interne Cafés, Kaffee- bzw. Saftbars und andere Treffpunkte), fragen wir uns:

Verfügen diese über die gleichen Eigenschaften wie externe Third Places? Wir haben jene mit einem   Stern gekennzeichnet, von denen wir glauben, dass dies zutrifft.

  1. Förderung der Demokratie
    Der Philosoph John Dewey hat es einst auf den Punkt gebracht: „Das Herzstück und die letzte Gewissheit der Demokratie liegt in der Freiheit, sich an jeder Straßenecke mit anderen zum ausgiebigen Diskutieren treffen zu können.“
  2. Nachbarschaftliche Gemeinschaft *
    Treffpunkte auf lokaler Ebene ermöglichen es, die Menschen aus der Nachbarschaft kennenzulernen. Verbindungen entstehen. Jeder weiß, wen er für was ansprechen kann.
    Unter Nachbarn gibt es keinen Argwohn mehr.
  3. Zahlreiche Freundschaften *
    Viele Freunde zu haben und diese auch oft zu treffen, gelingt nur, wenn man über einen neutralen Treffpunkt in der Nähe verfügt. Je mehr Freunde die Menschen haben, desto länger leben sie.
  4. Stärkungsmittel für den Geist
    Joie-de-vivre- oder La-dolce-Vita-Kulturen basieren auf dem häufigen geselligen Miteinander in der Öffentlichkeit – insbesondere in den zahlreichen Straßencafés der Städte.
  5. Sammelpunkt
    Als der Hurrikan Andrew auf Florida traf, wussten viele hilfsbereite Menschen nicht, wohin sie gehen sollten, weil es in den Vierteln keine Versammlungsorte gab. In Krisenzeiten kommt inoffizielle Hilfe lange vor der öffentlichen Hilfe, weshalb sie oft auch von größerer Bedeutung ist. Third Places erleichtern es den Menschen in diesem Zusammenhang, einander zu helfen
  6. Generation des sozialen Kapitals *
    Menschen mit vielfältigen Fähigkeiten und Interessen treffen sich, um sich kennenzulernen und sich gegenseitig zu vertrauen – mit positiven Auswirkungen auf die Wirtschaft. Im „Alten Süden“ ging es Regionen, die Gasthäuser erlaubten, ökonomisch besser als Regionen, die sie nicht erlaubten.
  7. Geringer Kosten
    Third Places bringen üblicherweise Menschen mit unterschiedlichsten Berufen, Talenten und Fähigkeiten zusammen. Wo jemand Hilfe braucht, zählt dabei zu den ersten Gesprächsthemen, und wenn Gruppenmitglieder mit Tatkraft, Werkzeugen oder Ratschlägen helfen können, dann werden sie es auch tun. Mit den meisten Menschen, die man an Third Places trifft, entwickeln sich nur lockere Beziehungen – oft sind diese aber wichtiger als enge Freunde, z.B. bei der Jobsuche.
  8. Verbesserter Ruhestand
    Das Bedürfnis, „vor die Tür zu gehen“ lässt sich für Menschen im Ruhestand täglich erfüllen, wenn es in der Nähe einen Third Place gibt.
  9. Entwicklung des Einzelnen *
    Durch die Lage des Zuhauses und die Art des Arbeitsplatzes treffen wir ständig auf Menschen, die und ähnlich sind. Third Places hingegen bringen Menschen zusammen, die über unterschiedlichste Berufe, Hintergründe, Ansichten und soziale Stellungen verfügen. Von diesen Menschen können wir mehr über unsere Welt erfahren und wie wir bessermit ihr zurechtkommen.
  10. Intellektuelles Forum *
    Tagesaktuelle Themen und viele andere Dinge werden regelmäßig informell, aber nie chaotisch diskutiert. In Third Places lernen die Menschen, dass sie vor dem Sprechen gut nachdenken sollten, und dass unbedachte Äußerungen rasch eine Welle der Empörung nach sich ziehen können.

Megatrend „Neues Arbeiten“ – ein heiß diskutiertes Thema in mittelständischen Unternehmen

20170829_sodexo-michael-freitag_018_foto_mario-andreyaMichael Freitag, Country President und Geschäftsführer Sodexo Österreich, im Interview zum Thema „Neues Arbeiten“ in mittelständischen Betrieben.

Herr Freitag, ist der Megatrend „Neues Arbeiten“ nur etwas für große Konzerne?

Nein, schon per Definition nicht. Ein Megatrend ist eine tiefgreifende Entwicklung, die Einfluss auf alle Bereiche der Gesellschaft hat. Also natürlich auch auf mittelständische Betriebe und Kleinunternehmen. Das gilt auch für alle anderen Megatrends wie Globalisierung, Digitalisierung oder Mobilität. Und wie sieht dieser Einfluss konkret aus? Alle Unternehmen befinden sich im Wettbewerb um Fachkräfte und junge Talente. Wenn man sich heute auf einschlägigen Arbeitgeber-Portalen im Internet umsieht und die Bewertungen von Unternehmen liest fällt auf, wie oft das räumliche Arbeitsumfeld und Serviceleistungen als Bewertungskriterium genannt wird. Ein aktuelles Beispiel aus einem meiner letzten Bewerbungsgespräche mit einem jungen Talent aus dem Waldviertel. Der junge Mann würde viel lieber in der Nähe seiner Heimatgemeinde arbeiten und hat sich auch bei einigen Unternehmen vorgestellt. Obwohl viele dieser Unternehmen technisch zu den Marktführern gehören bieten diese kein zeitgemäßes Arbeitsumfeld. Das hat den Bewerber abgeschreckt, jetzt nimmt er lieber die lange Pendelzeit in Kauf um für ein Unternehmen zu arbeiten, dass den Trend erkannt und entsprechend gehandelt hat.

Was konkret bedeutet für Sie ein attraktives Arbeitsumfeld?

Es ist die Mischung aus verschiedenen Aktivitäten und Bereichen. Raum, Ambiente & Möbel und Serviceleistungen sind sicherlich die wichtigsten, wenn es um den Arbeitsplatz geht. Inhalte der Arbeit, Führungsstil, Teamarbeit und Wertschätzung, wenn es um das Arbeitsklima geht.

Bleiben wir beim Arbeitsplatz. Raum, Ambiente & Möbel ist klar, was ist mit Serviceleistungen gemeint?

Raumdesign, die Möbel und das Ambiente unterstützen Arbeitsprozesse. Nehmen wir als Beispiel ein Arbeitsumfeld, das auf dem Prinzip des Activity-Based-Working basiert. Die unterschiedlichen Zonen sind auf die Anforderungen des jeweiligen Arbeitsprozesses abgestimmt, dem entsprechend auch die Arbeitsmöbel. Das Ambiente in einem Kreativbereich wird verspielter sein als in einem Bereich, der für konzentriertes Arbeiten konzipiert ist. Um aber ein Arbeitsplatz-Erlebnis zu schaffen benötigt es verschiedene Dienstleistungen. Sehr viele davon werden durch das Facility Management gesteuert, wie z.B. das richtige Raumklima oder die Hygiene am Arbeitsplatz. Dann gibt es aber auch noch Dienstleistungen die einen besonderen sozialen Aspekt darstellen. Der Empfangsdienst, eine Kaffeebar mit Barista-Kaffee oder ein modernes Mitarbeiter-Restaurant zum Beispiel.

Spielt Gastronomie wirklich so eine große Rolle?

Und ob, besonders in Österreich. Das hat verschiedene Gründe. Ernährung ist Teil des individuellen persönlichen Lebensstiles geworden. Da wir alle einen Großteil unserer Lebenszeit mit Arbeit verbringen ist es nur logisch, dass dieser Aspekt auch im Arbeitsleben eine erhebliche Rolle spielt. Essen ist zu einem ganz großen Thema in der öffentlichen Diskussion geworden. Schauen Sie sich doch einmal auf Pinterest um. Wahrscheinlich 80 % der Bilder beschäftigen sich mit dem Thema Essen. Einen ähnlichen Trend erleben wir gerade rund um den Kaffee. Deshalb spielt die Gastronomie im Arbeitsumfeld so eine wichtige Rolle, wobei wir nicht von Kantinen sprechen. Da sind die Anforderungen von MitarbeiterInnen heute meilenweit entfernt davon. Wir sprechen heute von Mitarbeiter-Restaurants die in ihrem Angebot auf unterschiedliche Nutzergruppen eingehen und großen Wert auf Angebotspräsentation und Sortimentsauswahl legen.

Haben sich auch räumlich die Anforderungen geändert?

Absolut, das Mitarbeiter-Restaurant wird immer mehr zum multifunktionalen Begegnungsraum und Co-Working-Space. Das hat einen doppelten Nutzen. Es erfüllt die Erwartungen der Nutzergruppen und führt gleichzeitig zu einer Optimierung der Fläche und manchmal sogar zu Einsparungsmöglichkeiten. Das ist ein Potential, das von KMUs derzeit noch viel zu wenig genutzt wird.

Welches Einsparungspotential sehen Sie?

Gerade die neuen agilen Arbeitsprozesse erfordern es, dass sich Projektteams mit einander abstimmen. Oft sind das nur kurze Meetings, es braucht aber einen passenden Raum dazu und Meetingräume sind häufig Mangelware. Anstatt jetzt aber neue Besprechungsräume zu bauen und damit die Mietkosten zu erhöhen wäre eine Option, das Mitarbeiter-Restraunt wie vorhin erwähnt umzugestalten und mehr aus der Fläche zu holen. Geschickt gemacht, führt das sogar zu einem dreifachen Nutzen: Platz optimiert und dadurch Mietkosten gespart, Kommunikation gefördert, Mitarbeiter-Restaurant attraktiver gemacht.

Gibt es dafür entsprechende Konzepte?

Ja, allerdings sei vorausgeschickt: Kein Unternehmen gleicht dem anderen. Wir haben Konzeptansätze, diese müssen aber immer auf die Bedürfnisse und Anforderungen des einzelnen Unternehmens und den darin vertretenen Nutzergruppen abgestimmt werden.

Was soll nun ein Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens tun, der sich mit dieser Thematik beschäftigt?

Erst einmal das Gespräch suchen und alle Möglichkeiten beleuchten. Wir bieten beispielsweise eine erste Nutzergruppen-Analyse an. Diese ist kostenfrei und unverbindlich, sagt aber schon sehr viele über die Bedürfnisse vor Ort aus. Dann kann man immer noch entscheiden, ob man z.B. eine vertiefende Analyse oder einen ersten Design Thinking Workshop machen will.

WORK REIMAGINED TRANSPARENT HI RES

Sodexo über Qualität am Arbeitsplatz

Die Verbesserung der Lebensqualität hängt stark von der Qualität des jeweiligen Arbeitsplatzes ab. Die Faktoren, die den Arbeitsplatz in seiner erlebbaren Qualität ausmachen sind vielfältig und gehen oft mit einer Subjektivität einher.

Group of Diverse Designers Having a Meeting Concept

Während in den vergangenen Jarzehnten die räumliche Position des Arbeitsplatz eine wichtige Rolle spielte, sind heute Technologien und Digitalisierung von großer Bedeuteung. Dabei hat der Mensch keineswegs an Bedeutung verloren. Im Gegenteil, eine Verbesserung der Qualität des Arbeitsplatzes ist ausschließlich möglich durch eine nutzerorientierte Gestaltung der (technischen und räumlichen) Umgebung, die Prozesse vereinfacht und sich somit positive auf die Arbeitsergebnisse auswirkt.
Lesen Sie in diesem Blog, wie wir von Sodexo uns den Herausforderungen der zukünftigen Arbeitswelt stellen, welche Strategien wir als einer der größten Anbieter von Services zur Verbesserung für Sie bereit halten.

Über Sodexo.com

1966
Sodexo wurde in
Marseille gegründet.
Ein Schlüssel zum Erfolg: Bis heute
familiengeführt.

#1
Dow Jones Sustainability Index
(DJSI) & Robeco Sam
Sustainability Yearbook

#1
der privaten Arbeitgeber mit Sitz
in Frankreich

93,5%
Kundenbindung

#1
INNOVATION &
Soziale Verantwortung
& weltweiter Wettbewerbsfähigkeit

> 100
Berfufsgruppen

 

Hygiene und Sicherheit am Arbeitsplatz neues TOP-Thema bei Führungskräften

Eine aktuelle Umfrage bei 800 Führungskräften weltweit zeigt, wie wichtig das Thema Hygiene und Sicherheit am Arbeitsplatz auch in Zukunft sein wird. Dabei setzten diese verstärkt auf professionelle Systempartner.

Das Beratungsunternehmen McKinsey veröffentlichte eine aktuelle Umfrage von Juni 2020, bei dem 800 Führungskräfte weltweit zu den Themen befragt wurden, welche diese als besonders wichtig nach der ersten bzw. zweiten Welle von Covid-19 erachten. Einhellige Meinung war, das Automatisierung und Digitalisierung sowie Hygiene und Sicherheit am Arbeitsplatz ganz oben auf der Prioritäten-Liste stehen.

Die Herausforderungen aufgrund der Pandemie haben Unternehmen dazu gezwungen, den Prozess der Automatisierung und Digitalisierung zur Sicherung der Aufrechterhaltung des Geschäftsganges konsequent und schnell voranzutreiben. Große Logistikunternehmen setzten z.B. bereits Sortierroboter ein, andere sich rasant entwickelnde Themenfelder sind unter anderem Kommunikationstechnik oder bargeldlose Bezahlsysteme. Davon profitieren besonders IT-Unternehmen und Software-Entwickler. Die Aussage eines CEO eines großen internationalen Software-Herstellers bringt es auf den Punkt: „Wir haben bei der digitalen Transformation innerhalb von zwei Monaten einen Entwicklungsschub gesehen, der sonst zwei Jahre gebraucht hätte.“

In gleicher Weise wie Digitalisierung und Automation stellen Hygiene und Sicherheit am Arbeitsplatz zwei weitere absolute TOP-Themen für alle befragten Führungskräfte da. 73 % wollen demnächst Ressourcen in ihrem Unternehmen aufbauen, die sich damit beschäftigen werden. Dabei wird sehr stark auf Systempartner gesetzt. Zusätzlich spielt auch in Zukunft remote work – wo immer möglich – eine zentrale Rolle, als eine Maßnahme zur Vermeidung von Infektionen am Arbeitsplatz durch die Sicherung von Abstand. Die meisten Befragten gehen davon aus, dass in Zukunft ein 2:3 Modus gängig Praxis werden wird, 2 Tage remote work und 3 Tage vor Ort.

Dafür spricht sich auch der Country President von Sodexo Österreich, Michael Freitag, in einem aktuellen Interview erschienen in den Magazinen News und Trend aus: „Homeoffice ist vielleicht bei der Einführung nicht einfach – aber wenn sich beispielsweise Mitarbeiter daran gewöhnt haben, dass lange Anfahrtswege entfallen, ist es auch schwer, sich davon wieder zu lösen. Aber ein Anker-Arbeitsplatz im Büro muss vielfach erhalten bleiben, auch die Frage, wie „Fringe Benefits“ des Büros zu Hause genutzt werden können, ist offen: Eine Kantine oder einen Firmenkindergarten gibt es nur am Arbeitsplatz. Entscheidend ist der Wandel in der Unternehmenskultur: Dass die besten Mitarbeiter dort sitzen, wo das Licht im Büro am längsten brennt, gilt in der Neuen Normalität“ nicht mehr.“

Weiterführende Links:
Die gesamte Studie kann unter https://www.mckinsey.com/featured-insights/future-of-work/what-800-executives-envision-for-the-postpandemic-workforce# nachgelesen werden.
Das gesamte Interview mit Michael Freitag nachzulesen in der Print-Ausgabe von News und Trend vom Wochenende 26./27.9.2020.

Der Arbeitsplatz als „Safe Zone“

6 Hygiene-Tipps für ein sicheres Arbeitsumfeld

Mit dem beginnenden Herbst ist wieder mit einem Anstieg der Covid-19 Ansteckungszahlen zu rechnen. Das stellt Unternehmen vor die Herausforderung, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein sicheres Arbeitsumfeld zu bieten. Die Hygiene-Expertinnen und Experten von Sodexo haben deshalb 6 Tipps zusammengefasst, um die Virus-Ausbreitung in der Arbeitsumgebung zu vermeiden.

Tipp 1: „Safe Zone“ schaffen
Die Basis jedes Hygiene-Konzeptes besteht darin, einen grundsätzlich sicheren Bereich – einen sogenannten „safe zone“ (sicherer Hafen) – zu schaffen. In diesem Bereich soll eine Infektion durch Viren oder Keime unterbunden werden. Im Rahmen einer Eignungsüberprüfung werden Aspekte wie vorhandene Oberflächen, Luftaustausch-Mengen und Verkehrswege berücksichtigt. Der Bereich darf nur über eine begrenzte Anzahl an Ein- und Ausgängen verfügen – je weniger, desto besser – und muss vor Nutzung gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Mit stationären Hygienemaßnahmen wie regelmäßiger Oberflächen-Desinfektion oder Handdesinfektionsmittel-Spendern wird die Hygiene konstant aufrechterhalten. Bei der Planung des individuellen Hygiene-Konzeptes sollte mit entsprechenden Check-Listen gearbeitet werden, um keine Punkte zu übersehen.

Tipp 2: Kreuzkontaminationen vermeiden
Die Ein- und Ausgänge stellen eine Schwachstelle dar, auf die besonderes Augenmerk gelegt werden muss: Es empfiehlt sich für diese sogenannten Schleusenbereiche ein fixes Hygiene-Prozedere einzuführen, welches von allen kommenden und gehenden Personen durchgeführt werden muss. Beim Ankommen sollten Mund-Nasen-Schutzmasken aufgesetzt und die Hände desinfiziert werden. Das Messen der Körpertemperatur stellt ebenfalls eine geeignete Vorkehrungsmaßnahme dar. Unternehmen mit viel Kunden- oder Lieferantenverkehr wird empfohlen, gewisse Zonen für Externe nicht zugänglich zu machen. Sinnvoll wäre es, nur bestimmte Bereiche (wie einzelne Besprechungsräume oder den Wartebereich am Empfang) als Begegnungszonen zu definieren. Da hier mit erhöhtem Kreuzkontaminations-Risiko zu rechnen ist, sollten diese Bereiche nach jeder Begegnung mit Externen gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Ebenfalls ist genau darauf zu achten, dass die Abstandsregelungen ausnahmslos eingehalten werden.

Tipp 3: Auf Oberflächen und Luft achten
Das New England Journal of Medicine und das Journal of Hospital Infection, beides anerkannte Fachmedien, haben Studien zur Überlebensdauer des Covid-19 Virus auf Oberflächen publiziert. Es handelt sich hierbei um Richtwerte, weil Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Beschaffenheit von Oberflächen und nicht zuletzt die Virusmenge eine essentielle Rolle spielen können. Grundsätzlich kann aber die folgenden Faustregel verwendet werden:
– in der Luft: 3 Stunden
– auf Kupfer: 4 Stunden
– auf Karton (z.B. Pakete) bzw. Papier: 24 Stunden
– auf Plastik (z.B. PET Flaschen) und Edelstahl: 2-3 Tage
– auf Glas und Holz: 4 Tage
– auf Metall: 5 Tage
Durch einen erhöhten Luftaustausch kann verhindert werden, dass es zu einer Kreuzkontamination durch Aerosole kommt. Eine entsprechende Leistungssteigerung der Klimaanlage ist hierzu notwendig. Eine nach Möglichkeit öfter am Tag durchgeführte Oberflächendesinfektion bietet Schutz vor Tröpfchen- oder Schmierinfektionen.

Tipp 4: Post und Eilsendungen isolieren
Die meisten Botendienste bringen Eilsendungen in Kartons oder Kuverts, die aus Karton oder Papier bestehen. Auch postalisch zugestellte Dokumente werden in der Regel in Papierkuverts geliefert. Eine Desinfektion macht hier bei regem Postbetrieb wenig Sinn. Hier empfiehlt es sich, einen abgegrenzten Postbereich einzurichten. Das in diesem Bereich tätige Team muss mit entsprechender persönlicher Schutzausrüstung (zumindest Schutzmasken, ggf. Schutzbrille und Einweghandschuhe) ausgestattet werden. Versandverpackungen wie etwa Überkartons oder Briefumschläge sollten nur im Postbereich geöffnet und sofort entsorgt werden. Wichtig ist zu beachten, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig die Handschuhe wechseln und sich vor dem Wechsel die Hände waschen und desinfizieren. Darüber hinaus empfiehlt es sich, die Oberflächen in der Poststelle mehrmals am Tag zu desinfizieren.

Tipp 5: Persönliche Schutzausrüstung (PSA) besorgen
Das Tragen von Mund-Nasen-Schutzmasken ist inzwischen Standard geworden, wobei nicht alle Einwegmasken nutzen. Stoffmasken erfüllen nur dann ihren Zweck, wenn diese regelmäßig gewaschen werden – optimal bei einer Temperatur von 60 Grad, unbedingt aber mit Waschmittel. Es ist zu empfehlen, mehrere Masken zu nutzen, um eine tägliche Wäsche zu ermöglichen. Zusätzlich sollten besonders exponierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch Einweghandschuhe und jeweils eigene Flaschen mit Hand- und Flächendesinfektionsmittel zur Verfügung gestellt werden.

Tipp 6: Im Falle eines Falles schnell handeln
Wenn es zu einem Ansteckungsfall innerhalb eines geschlossenen Arbeitsbereiches kommt, muss schnell gehandelt werden: Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Umfeld des Infizierten müssen sofort informiert werden und sollten sich umgehend einem Covid-19 Test unterziehen. Der Arbeitsbereich muss sofort gelüftet werden, um schnell mögliche Aerosole zu entfernen. Anschließend ist der Bereich gründlich zu desinfizieren. Neben der traditionellen Wischdesinfektion setzt Sodexo auch das Vernebelungsverfahren ein. Dabei erfolgt die Vernebelung eines hochwirksamen Desinfektionsmittels im gesamten Raum. Nach der Desinfektion muss dieser ausgiebig gelüftet werden und ist nicht sofort wieder begehbar.

War of Talents wird zum War of High Potentials

Im Rahmen eines Workshops zum Thema „Arbeitswelten – Welche Änderungen sind aktuell und welche Maßnahmen müssen für die Zukunft getroffen werden?“ diskutierten Experten und Vertreter der Leitbetriebe letzte Woche. Die Fragestellungen reichten von nachhaltigen Veränderungen durch die C-19 Krise bis hin zu den Auswirkungen davon auf Unternehmensführung, Organisation, Employer Branding, Bürogestaltung und damit verbundene rechtliche Aspekte.  

Wenig überraschend in den meisten Leitbetrieben das derzeit omnipräsente Thema Homeoffice, wobei es hier einer Differenzierung benötigt. Korrekter wäre von „Remote Working“ zu sprechen, denn das Arbeiten außerhalb des Arbeitsplatzes im Büro muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass zuhause gearbeitet wird. Die letzten Monate haben klar bestätigt, dass Arbeitsplatz per se nichts mehr mit ausschließlich Büroräumlichkeit zu tun hat. Es kann jeder Zeit aus von jedem Ort gearbeitet werden, die technischen Voraussetzungen und Kommunikationskanäle ermöglichen dies. Dementsprechend ist ein Wandel in der Bürogestaltung die Folge, wobei sich die Fläche verkleinern wird und ein verstärktes Augenmerk auf Funktionalität und Flexibilität gelegt werden wird.

Spannend die Wortmeldung zum Thema Employer Branding. War bisher immer vom War of Talents die Rede, also der Kampf um neue MitarbeiterInnen gibt es aktuelle eine Veränderung auf dem Markt. Die Herausforderung für Unternehmen besteht nicht mehr primär darin, BewerberInnen anzusprechen, um vakante Positionen zu besetzen. Eine Auswirkung von C-19 ist ein aktuelles Überangebot an Arbeitssuchenden. Die Herausforderung besteht vielmehr darin, die guten und effizient arbeitenden MitarbeiterInnen, so genannte High Potentials, in den Unternehmen zu halten. Diese haben in einer besonders herausfordernden Zeit ihre Qualifikationen sowie Agilität und Anpassungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Genau das sind die MitarbeiterInnen, die jedes Unternehmen haben möchte.

Die vergangenen Monate haben auch noch ein anderes Thema wieder sehr klar zum Vorschein gebracht, den Unterschied zwischen administrativen Bereichen und der Produktion in produzierenden Betrieben. Während in den Bürobereichen unterschiedlichste Maßnahmen von Social Distancing bis hin zu Homeoffice zum Schutz der MitarbeiterInnen getroffen wurden, blieben diese in den Produktionsbereich zum Teil aus. Einerseits räumlich bedingt, andererseits aufgrund der notwendigen Prozesse und Arbeitsabläufe. „Ein Mitarbeiter in der Produktionsstraße kann nicht im Homeoffice arbeiten“ – eine Aussage, die sehr gut die Situation beschreibt. Auch das Abstandhalten ist oft aufgrund der notwendigen Arbeitsschritte in der Produktion teilweise nicht möglich. Ein Umstand, der bei MitarbeiterInnen das Gefühlt Menschen zweiter Klasse zu sein nachvollziehbar aufkommen lässt.

Ebenfalls interessante Fragen auf die es derzeit noch keine allgemein gültigen Antworten gibt ist der Umgang mit Arbeitssicherheit im Homeoffice, rechtliche Grundlagen für das „Remote Working“ und natürlich auch das Thema von aktuellen Sozialleistungen wie Mitarbeiter-Restaurant mit gestützten Preisen, kostenfreies Obst, freier Kaffee usw. am derzeitigen Arbeitsplatz. Hier sind mobile Lösungen gefragt um eine Gleichstellung aller MitarbeiterInnen innerhalb eines Unternehmens, unabhängig vom gewählten Arbeitsplatz, zu erreichen.

Zielsetzung der Leitbetriebe ist es, eine Umsetzungsempfehlung zu erarbeiten.

#GemeinsamEinenSchrittVoraus – die neue Mitarbeiter-Verpflegung

Die neue Mitarbeiterverpflegung

Bei allen Vorteilen, die das Arbeiten im Homeoffice mit sich bringt, gibt es auch Nachteile. Es fehlt beispielsweise der persönliche Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen, auch wenn dieser in Zukunft mit mehr Distanz erfolgen wird. Kein gemeinsamer Vormittagskaffee in der Kaffeeküche, kein gemeinsames Mittagessen im Betriebsrestaurant. Apropos Betriebsrestaurant, das geht auch vielen im Homeoffice ab. Täglich selbst ein Essen kochen bedeutet einen enormen Zeitaufwand. Es muss alles Notwendige dafür eingekauft und zubereitet werden. Viele sind auf Vorkochen und Einfrieren umgestiegen, was allerdings die Frische vermissen lässt.

Mit dem Ende des Lockdowns, nimmt auch die Gemeinschaftsgastronomie wieder Fahrt auf. Doch es hat sich zusätzlich zur Einhaltung der räumlichen Distanz, die auch am Mittagstisch eingehalten werden muss, einiges geändert. Viele Produkte die früher zur Selbstentnahme zur Verfügung standen, wie z.B. Brot & Gebäck, Obst oder Kuchen gibt es nur mehr in Einzelverpackungen. Ebenso das geliebte Salatbuffet bleibt sicher noch einige Zeit durch fertig angerichtete Einzelportionen ersetzt. Der fehlende räumliche Platz führt dazu, dass die Nachfrage nach Take Away Angeboten zunimmt. Entweder, um Speisen außerhalb des Restaurants zu konsumieren, oder um diese mit nach Hause zu nehmen. Für viele MitarbeiterInnen sind, sofern die öffentlichen Restaurants ebenfalls wieder vollständig in  Betrieb sind, alternative Verpflegungsmöglichkeiten von Interesse. Beispielsweise durch die Nutzung von Verpflegungsgutscheinen durch den Arbeitgeber, die in einem Restaurant in der Nähe des Wohnortes eingelöst werden können, um auch im Homeoffice nicht auf die Serviceleistung einer täglichen Mitarbeiterverpflegung zu verzichten. Aber zurück zum Angebot im Betriebsrestaurant. Hier wird sich das Speisenangebot und die Auswahl noch mehr in Richtung Gesundheitsbewusstsein verändern. Vegetarische und vegane Optionen werden noch weiter an Bedeutung zunehmen. Ebenso Ernährungsangebote zur Unterstützung des Immunsystems und zum Aufbau der Abwehrkräfte. Globale, von Sodexo gemachte Erfahrungen, haben gezeigt, dass es Arbeitnehmer aufgrund des gestiegenen Sicherheitsbedürfnisses befürworten, wenn das firmeneigene Betriebsrestraunt die Verpflegung über den ganzen Tagverlauf abdeckt. Das würde vielen den Gang zum Bäcker oder zum Supermarkt ersparen, was wiederum das Risiko einer möglichen Infektion minimiert.

Mehr und mehr macht sich ein neuer Trend erkennbar. MitarbeiterInnen wollen gar nicht mehr zurück ins Büro, weil sie sich dort nicht sicher fühlen. Daher ist es notwendig, eine spürbar „sichere“ Arbeitsumgebung zu schaffen. Ein eigenes Betriebsrestaurant kann dafür ein wichtiger Beitrag sein. Was aber ist mit kleineren Unternehmen, die keine eigene Kantine haben? Auch diese  können ihren MitarbeiterInnen ein gesundes Mittagessen anbieten, durch eine direkte Belieferung. „Sicheres“ Essen in einer „sicheren“ Umgebung. Ein weiterer Schritt zu mehr gefühlter Sicherheit am Arbeitsplatz. 

#GemeinsamEinenSchrittVoraus – die nächsten Wellen

Vorbereitung auf Welle zwei und drei

Die anfängliche Unvorstellbarkeit eines kompletten Lockdowns ist schnell von der Realität eingeholt worden. Die wöchentlichen Pressekonferenzen der Österreichischen Bundesregierung mit den Bekanntmachungen von Sicherheitsmaßnahmen, wie dem Arbeiten von zuhause, Social Distancing und die Vertrautheit im Umgang mit Schutzmaske und Desinfektionsmitteln vor dem Eingang zum Supermarkt, sind Alltag geworden. Doch irgendwann nehmen die Neuinfektionen ab, die Restriktionen werden gelockert und andere Dinge als der permanente Gedanke vor einem Ansteckungsschutz, treten in den Vordergrund. Die Sehnsucht nach Normalität ist verständlich, birgt aber auch Gefahren mit sich.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir im Laufe der nächsten 12 Monate eine zweite bzw. dritte Pandemie-Welle erleben werden. Mit dem Unterschied, dass wir uns dieser hohen Wahrscheinlichkeit bewusst sind, aus den Erfahrungen der ersten Welle lernen und uns entsprechend vorbereiten können. Das bedeutet, sich jetzt Zeit zu nehmen für Manöverkritik. Was hat gut funktioniert, was nicht. Welche Ausrüstung benötigen wir auf Lager, was hat sich als nicht notwendig herausgestellt. Viele Unternehmen haben sich einen größeren Vorrat von Schutzausrüstungen und Desinfektionsmitteln auf Lager angelegt. Andere haben ihre Notfallpläne und Krisenprozesse evaluiert und die gesammelten Erfahrungen aus der Praxis einfließen lassen. Alles sehr gute Ideen und Aktivitäten, die von Sodexo global gemachten Erfahrungen in der Beobachtung der Umgebung haben jedoch gezeigt, dass ein Faktor zentral ist. Menschen vergessen besonders unangenehme Dinge sehr schnell. Daher ist es besonders wichtig, immer wieder daran zu erinnern, dass die Pandemie noch nicht überwunden ist. Die tägliche Hygiene-Routine muss weitergeführt werden, ebenso die Einhaltung der neuen Abstandsregelungen. Ebenfalls muss an Desinfektionsintervalle in Büroräumlichkeiten gedacht werden und genügend persönliche Schutzausrüstung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Lager liegen. Auch dann, wenn sich das Leben schon wieder allgemein normalisiert zu haben scheint. Denn weitere Wellen sind laut Experten mehr als wahrscheinlich.

#GemeinsamEinenSchrittVoraus – das neue Büro

#5 – Die neuen Arbeitsräumlichkeiten

Vor COVID-19 und dem Rückzug ins Homeoffice, war für viele Führungskräfte Anwesenheit im Büro eine Grundvoraussetzung für Leistung. Die staatlich verordnete Verlagerung von Büroräumen ins Homeoffice hat gezeigt, dass dies nicht der Fall ist. Inter-pool Immobilien hat ein interessantes Schnellscreening bei 3.000 Wiener Unternehmen mit dem Ergebnis gemacht, dass die Unternehmen sehr gut auf ein dezentrales Arbeiten vorbereitet waren. Der überwiegende Teil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war schon vor der Krise für das Arbeiten von zuhause gut ausgestattet. In 6 von 10 Unternehmen mussten lediglich bis zu 20% der Belegschaft technologisch nachgerüstet werden. Auf die Leistung der MitarbeiterInnen im Homeoffice befragt, bewerten knapp 70% die Leistungen ihrer MitarbeiterInnen als positiv. Etwas mehr als 40% der Unternehmen denken über eine Änderung der Nutzung ihrer derzeitigen Bürofläche nach.

Damit sind die rund 3.000 befragten Wiener Unternehmen nicht allein. Weltweit beschäftigen sich Unternehmen gerade mit den neu gewonnenen Erkenntnissen. Besonders für Unternehmen, die in Immobilien eingemietet sind, ist die Vorstellung verlockend, unnötige Quadratmeter zu reduzieren, um damit Mietkosten zu sparen. Aber nicht nur das. Die geforderten Auflagen zur Lockerung der Maßnahmen durch die Österreichische Bundesregierung sehen verschiedene Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen vor. Eine davon ist die Abstandsregelung. Nur jeder zweite Arbeitsplatz darf besetzt werden. Eine solche Regelung lässt sich bei einer Vollauslastung der aktuellen Büroräumlichkeiten nur durch die Anmietung von weiteren Flächen realisieren. Die kostensparende Alternative dazu ist, kurzfristig nicht alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sofort zurückzuholen, sondern noch im Homeoffice zu belassen. Die global gemachten Erfahrungen zeigen, dass Unternehmen sogar mittel- bis langfristig planen, viel mehr MitarbeiterInnen von zuhause aus arbeiten zu lassen. Dieser Trend war zwar schon früher absehbar, durch den Lockdown wurde er aber um ein Vielfaches beschleunigt. Dadurch wird sich ebenso der Bedarf nach neuen Raumkonzepten ergeben, um allen Homeoffice-MitarbeiterInnen einen Raum zu geben, wenn diese einmal doch ins Büro kommen.

#GemeinsamEinenSchrittVoraus – die neue Nähe

Die neue Definition von Nähe

Ausreichender Abstand (Empfehlung der Österreichischen Bundesregierung ist ein Mindestabstand von einem Meter) hat sich in allen Regionen der Welt als einer der wichtigsten Faktoren zur Eindämmung der Ausbreitung von COVID-19 erwiesen. In der Pre-Lockdown-Ära hatte sich die folgende Definition für Nähe auf Basis von Beobachtungen und Forschungen eingebürgert: Bis 60 cm, oder eine halbe Armlänge Abstand, war die intime Zone und nur dem Partner, der Familie oder den engsten Freunden vorbehalten. 60 cm bis 1 Meter galt als persönliche Zone, die klassische Distanzzone zu Bekannten und Kollegen. Ab 1,20 Meter sprach man von der sozialen Zone, der klassische Abstand zu Fremden.

Globale Erfahrungen haben gezeigt, dass die strikte Einhaltung von Mindestabständen Leben retten kann. Mindestens ein Meter Abstand ist ein Muss, besser noch 1,50 Meter. So einfach in der Theorie, so schwierig in der praktischen Umsetzung. Abstand wird in der Praxis selten mit Zollstock oder Maßband gemessen, sondern gefühlt. Darin liegt die Krux, denn in unserem Distanzgefühl im Umgang mit Kolleginnen und Kollegen sind wir im Kopf noch immer in der „ehemaligen“ persönlichen Zone, also oft weit unter einem Meter. Es ist daher besonders wichtig, immer wieder an die tatsächlich notwendige Distanz zu erinnern. Dies funktioniert in klassischen Wartebereichen wie beispielsweise vor der Kasse im Supermarkt durch die Verwendung von Abklebebändern und Hinweistafeln recht gut.

Wie lässt sich das aber in einer Bürosituation darstellen?

Im Eingangsbereich beispielsweise wird das durch die Verlängerung der Schließintervalle bei elektronischen Türen oder Schranken geregelt. In Personenaufzügen durch die Limitierung der Personenanzahl in der Kabine und entsprechenden Platzierungspunkten auf dem Boden, zum Beispiel ein rotes Kreuz mit dem Zusatz „Bitte hier stehen“. In Großraumbüros durch die Sperrung jedes zweiten Arbeitsplatzes. In Besprechungsräumen durch die Entnahme jeder zweiten Sitzgelegenheit und einer maximalen erlaubten Personenanzahl im Raum. Ähnlich kann auch in Sozialräumen, wie Teeküchen oder gemeinschaftlich genutzten Küchen, verfahren werden. In Herrentoiletten sollte jedes zweite Urinal gesperrt werden., In Damentoiletten wird die Anzahl der gleichzeitig im Raum befindlichen Personen limitiert. In Umkleideräumen wird beispielsweise durch das Auseinanderrücken von Spinden eine nötige Distanz erreicht. Als hilfreiche Gedankenstütze haben sich auffällig platzierte Erinnerungsschilder oder auch Plakate an Türen oder exponierten Stellen erwiesen.

#GemeinsamEinenSchrittVoraus – Die neue Sauberkeit

“New Ways Of Working” in der Post-COVID-19-Shutdown-Ära – globale Erkenntnisse und die Ableitungen für Österreich.

Während Österreich im März 2020 voll von der COVID-19-Pandemie getroffen wurde, hatten andere Regionen dieser Welt die erste Welle bereits hinter sich. Sodexo ist ein weltweit führender Anbieter von „Quality of Life Services“, sprich u.a. in den verschiedensten Bereichen des Facility Management sowie der Gemeinschaftsgastronomie in beispielsweise Wirtschaftsunternehmen, Behörden und Krankenanstalten, tätig. Dadurch waren und sind wir weltweit immer an vorderster Front tätig.

Unsere globalen Erfahrungen zu COVID-19 bieten uns die Möglichkeit, einen Schritt voraus zu denken und mögliche Ableitungen für Österreich für die Zeit nach dem Lockdown und die daraus resultierende nächste Phase der Pandemie herzustellen. Welche Themen hier aus unserer Sicht in Zukunft zentral sein werden, finden Sie auf unserem workplace.blog.

Die neue Sauberkeit

Ein staubfreies Büro, Schreibtische ohne Kaffeeflecken und wohlduftende Toiletten – das war lange Zeit das allgemeine Verständnis von Sauberkeit am Arbeitsplatz. Dementsprechend wurde der Reinigung nicht viel Beachtung geschenkt. Wie wichtig die richtige Hygiene ist, kann als durchgängige Erfahrung aus allen Regionen der Welt, die mit COVID-19 zu tun hatten, berichtet werden. Sowohl die persönliche Hygiene, als auch die sachgemäße Desinfektion von Räumen und Objekten, werden als zentrales und wirkungsvolles Instrument zur Eindämmung einer Pandemie angesehen. Man sollte meinen, dass dies ohnehin keine neue Erkenntnis bzw. ein neuer Standard ist. Dennoch hat es den Anschein, dass dieses einfache Prinzip in den letzten Jahren in der westlichen Wohlstandsgesellschaft etwas in Vergessenheit geraten ist.

Auch in der Zeit nach dem Lockdown wird uns das Thema Hygiene und Desinfektion überall begleiten. Neben regelmäßigen vorbeugenden und nachsorglichen Desinfektionsmaßnahmen in Arbeitsbereichen, wird besonders die persönliche Hygiene eine wichtige Rolle in unserem Alltag spielen. An das Erscheinungsbild von Handdesinfektionsmittelspendern in Eingangsbereichen und Do-It-Yourself-Desinfektionsboxen auf Schreibtischen, werden wir uns gewöhnen müssen. Bei der Desinfektion von Büroflächen geht es in erster Linie darum, einer Kreuzkontamination nach Möglichkeit vorzubeugen. Das Konzept dazu klingt einfach, die Durchführung ist jedoch aufgrund des Faktor Mensch manchmal schwierig. Die Idee ist, eine „sichere“ (also virenfreie) Zone zu schaffen. Das ist der Arbeitsplatz. Die Grundlage dafür ist eine gründliche Basisdesinfektion aller Oberflächen. Der Desinfektionsgrad wird durch eine regelmäßige Nach-Desinfektion sichergestellt. Weiters ist der Wechsel der Lüftungsfilter sowie ein permanenter Luftaustausch über die Klimaanlage zu empfehlen. Vor dem Eintritt in die „sichere“ Zone sollte eine Sicherheitsbarriere geschaffen werden, damit keine Einschleppung von Viren von außen ermöglicht wird. Das heißt, jeder muss vor dem Betreten der „sicheren“ Zone eine Routine durchlaufen und sich die Hände desinfizieren und eine Schutzmaske aufsetzen. Um eine Übertragung der Viren durch Gegenstände zu vermeiden, sollten mitgebrachte Dinge wie z.B. Taschen, Bücher oder Laptops ebenfalls desinfiziert werden. Es empfiehlt sich daher, an neuralgischen Punkten, wie z.B. Eingängen oder Wartezonen im Empfangsbereich, Hygiene-Stationen mit einem Spenderautomat zur Handdesinfektion, Flächendesinfektionsmittel in einer Sprühflasche und Einwegwischtüchern bereitzustellen.

Noch ein Wort zum Faktor Mensch. Globale Erfahrungen haben gezeigt, dass sich nach einer Rückkehr zu einer Normalität im Arbeitsalltag auch eine gewisse Schlampigkeit in Punkto persönlicher Hygiene einstellt. Gerade lästige Routinen werden dann „vergessen“. Genau aus diesem Grund ist es sehr wichtig, immer wieder auf das Thema aufmerksam zu machen und zu sensibilisieren. Gute Erfahrungen wurden hier mit Hinweisschildern, Aushängen und Plakaten gemacht. Ebenfalls wurden Vorgesetzte angehalten, bei ihren Tagesbesprechungen oder Meetings immer vorweg kurz über das Thema Hygiene zu sprechen.

Ab jetzt Homeoffice – ok, und was dann? Tipps für Homeoffice-Anfänger.

Außergewöhnliche Umstände verlangen nach außergewöhnlichen Maßnahmen. Viele ArbeiternehmerInnen stehen jetzt vor der Herausforderung, ihren Arbeitsalltag im Homeoffice zu meistern. Ein paar Tipps für Homeoffice-Anfänger.

Grundsätzlich einmal vorweg: Von heute auf morgen auf Homeoffice umzusteigen stellt eine große Veränderung da. Das Arbeitsumfeld ändert sich komplett, ebenso die gewohnten Abläufe und Prozesse. Deshalb ist es wichtig, sich dieser Tatsache bewusst zu werden und sich neu zu organisieren – vergleichbar mit einem neuen Job.

1. Arbeitsumfeld organisieren und ordnen
Der erste Schritt sollte sein, sich sein Arbeitsumfeld zu organisieren bzw. zu ordnen. Ob eigenes Privat-Büro (optimal) oder Küchentisch – es muss der Ort definiert werden, an dem zukünftig gearbeitet wird. Und so wie am Arbeitsplatz in seinem Unternehmen sollte auch hier ein „Arbeitsmodus“ herrschen. In vielen Fällen werden sich die Arbeitsmittel auf eine Laptop und ein Mobiltelefon beschränken. Richten Sie also ihren Arbeitsplatz daheim so praktikabel wie möglich ein. Auch zuhause sollte darauf geachtet werden, dass der Arbeitsplatz gut beleuchtet ist und eine aufrechte Sitzposition möglich ist.

2. Den Arbeitstag strukturieren
So wie in einem Unternehmen sollte auch im Homeoffice der Tagesablauf strukturiert sein. Wann fange ich an, wann habe ich meine Pause und wann endet mein Arbeitstag. Welche Termine habe ich, welche Abgabefristen. Wichtig dabei ist, die Kollegen und Vorgesetzten diesbezüglich auch zu informieren. Darum ist es sehr wichtig, den eigenen bzw. elektronischen Kalender immer aktuell zu halten.

3. Skye ist kein persönliches Gespräch
Viele Meetings werden in diesen Tagen per Skype, MS Teams oder Telefon gemacht. Nicht immer ist dabei eine Kamera in Verwendung, besonders dann nicht, wenn die Internet Bandbreite zuhause nicht so optimal ist. Während bei einem persönlichen Gespräch ich die Mimik und Gestik meines Gegenüber sehen und deuten kann, ist das teilweise virtuell nicht möglich. Daher sollten im Gespräch immer wieder Fragen nach dem Verständnis gestellt bzw. verbal Zustimmung oder ggf. auch Ablehnung gezeigt werden. Wichtig bei der zeitlichen Planung: Für virtuelle Besprechungen braucht es sehr viel Konzentration. Kein Skype oder Teams-Meeting sollte daher länger als 60 bis 90 Minuten dauern. Und wenn, dann alle 45 Minuten zumindest 5 Minuten Pausen fix einplanen.

4. Kontakt halten
Nicht nur Sie, sondern auch die KollegInnen sind ggf. das erste Mal im Homeoffice. Während man sich in der Firma z.B. bei der Kaffeemaschine trifft, muss im virtuellen Büro ein Treffen organisiert werden. Spezielle in der ersten Umstellungsphase ist es hilfreich, regelmäßige kurze virtuelle Morgenmeetings oder einen Tagesabschluss-Rundruf zu einer fixen Zeit zu machen. Dabei können Arbeitspakete besprochen werden, diese dienen aber auch dazu den persönlichen Kontakt zuhalten.

5. Pausen machen
Auch im Homeoffice gilt es, regelmäßige Pausen zu machen um die Konzentration aufrecht zu erhalten. Ebenfalls sollte die Mittagspause genutzt werden um sich zu erholen. In den Pausen ist Bewegung angesagt, am besten in Verbindung mit frischer Luft.

6. Vorgesetzte auf dem Laufenden halten
Genauso wie für MitarbeiterInnen ist eine plötzliche Änderung von Büro auf Homeoffice eine Herausforderung für die Vorgesetzten. Daher ist es wichtig, diese auf dem Laufenden über die aktuellen Projekte bzw. den Stand der Arbeitsaufträge zu halten. Eine kurze Mail mit der Tagesplanung morgens und abends eine kurze Zusammenfassung über die Tagesaktivitäten können hier sehr hilfreich sein.

7. Mit der Familie sprechen
Manchmal etwas schwierig, trotzdem sehr wichtig. Auch für die Familie ist es eine Umstellung wenn plötzlich von zuhause aus gearbeitet wird. Hier ist es umso wichtiger klare Zeiten zu vereinbaren, wann „Arbeit“ und wann „Privat“ ist. In den Arbeitszeiten sollten Störungen nach Möglichkeit vermieden werden. Ist das klar geregelt, nimmt es sehr viel Stress für alle Beteiligten aus der Situation.

8. Erfahrungen erfragen bzw. weitergeben
In den meisten Unternehmen gibt es bereits Abteilungen oder MitarbeiterInnen die schon früher auf Homeoffice umgestellt haben. Sonst findet sich sicherlich jemand im Freundeskreis. Es macht Sinn solche „Homeoffice-Profis“ nach ihren Erfahrungen zu fragen, besonders wenn es darum geht, Herausforderungen aufgrund von innerbetrieblichen Prozessen die jetzt virtuell durchgeführt werden zu meistern. Die eigenen gesammelten Erfahrungen aus dem Homeoffice sollten auch geteilt werden, dass macht es für Einsteiger leichter.
 

 

Hack your company culture – Inspiration #3 – Wertschätzung

Wertschätzung in der Firma ist jetzt „feel good“. So betitelte DER STANDARD ein Interview mit Michael Freitag zum Thema Wertschätzung MitarbeiternInnen gegenüber. Daraus ein Ausschnitt.

[…] Schon sehr lange ist bekannt, dass Wertschätzung weder täglich abzuhakendes To-Do noch antrainierte Methode, sondern aus innerer Haltung gespeistes und im Außen erlebbares Verhalten als Mensch mit echtem Interesse anderen Menschen gegenüber ist. Jetzt kommt noch etwas dazu: das Vermitteln vom Sinn in der Arbeit, die Antwort auf die Frage „why?“. Warum ist gerade ein Wertschätzungshype im Gange? […] Dazu Michael Freitag, CEO und Country President von Sodexo: „Es ist schwieriger, die richtigen Talente zu finden und zu halten. Die Attraktivität als Arbeitgeber ist das große Thema. Kundenseitig ist die Relevanz klar: Es macht einen Unterschied, ob der Mitarbeiter, der Essen ausgibt, lächelt, weil er gerne arbeitet und weiß, warum, oder eben nicht. Die Motivation der Mitarbeiter ist heute auch eine andere, das liegt wesentlich an den Jungen, an der demografischen Kurve. Ein Firmenauto in guter Ausstattung inklusive Privatnutzung – das reicht heute nicht. Es muss zumindest elektromobil sein oder die Jahreskarte für die Öffis. Für viele geht es heute überhaupt um etwas anderes, um mehr als monetäre Dinge. Um Zeit, sich zu entwickeln, etwa. Um die erlebte Möglichkeit, gesund zu arbeiten. Es wird individueller.“

47 Postings und Kommentare waren die Reaktion auf das gesamte Interview, nachzulesen unter https://www.derstandard.at/story/2000114239991/wertschaetzung-in-der-firma-ist-jetzt-feel-good. Der mehrheitliche Inhalt: Entweder ist das Thema Wertschätzung der MitarbeiterInnen noch gar nicht in den Führungsetagen angekommen oder es wird zwar viel besprochen aber überhaupt nicht gelebt. Hier ist jetzt Mut zur Wahrheit und zu wirklichem Veränderungswillen gefragt.

Unser Tipp: Die „Praxis Pur“ – Workshop Sessions beim Corporate Culture Jam am 6.5.2020 in der Ankerfabrik. Mehr dazu auf www.corporate-culture-jam.at.

Hack your company culture – Inspiration #2 – Wo sind die Einhörner?

Karin Bauer schreibt in ihrer Kolumne unter dem Titel „Erschöpft von der Jagd nach dem Einhorn“ erschienen im STANDARD Ausgabe 1./2. Februar 2020: „Es klingt so unwiderstehlich, einfach paradiesisch: Die neue Arbeitswelt ist getragen von zwei Ps (Purpose & Passion), von Sinn und Leidenschaft … Unternehmen tun in ihrer Arbeitgeberwerbung so, als würden sie sich selbst genau um diese Ansprüche herum neu stricken und garnieren da noch mit spannenden Aufgaben und der großen Gestaltungsmacht im Zentrum der Digitalisierung für Software-Leute. Ein einziger riesiger Wald voller Einhörner für jede und jeden. Und alle suchen sie und strengen sich wirklich an, noch mehr Qualifikationen und Ausbildungen zu machen, um diese Einhörner auch endlich zu finden. Tatsächlich zerbrechen ganze Kohorten der sogenannten Millennials gerade auf dieser Jagd“.

Sind wir doch einmal ehrlich und haben Mut zur Wahrheit. Ist nicht vieles in der neuen Arbeitswelt eher ein buntes Marketing-Bild zur farbenfrohen Unterstützung des Employer-Branding? Und welchen Zweck hat das, wenn dann die jungen Talente eingefangen sind und nach der ersten Arbeitswoche frustriert nicht mehr kommen, weil die Realität ganz anders aussieht? Dazu noch einmal Karin Bauer in ihrer Kolumne: „Große Enttäuschung bildet sich in Umfragen (etwa von Deloitte) international in der Generation der rund 30-Jährigen ab, weil das, was versprochen wurde, nicht auffindbar ist.“

Versprechen an die MitarbeiterInnen sind genau so zu sehen wir die an KundInnen. Wer nicht hält was er verspricht wird unglaubwürdig.

Unsere drei Tipps dazu:
– Schlüssige und ganzheitlich gedachte Konzepte statt Schnellschüsse und Einzelaktionen. Das dauert zwar manchmal länger, weil vorher mehr gedacht werden muss, ist aber viel Nachhaltiger.

– Lieber weniger, dafür aber richtig. Statt bei jedem Trend mitzumachen auf Themen fokussieren, die für die MitarbeiterInnen tatsächlich wichtig sind und diese in ihrem Arbeitsalltag unterstützen, wie z.B. eine gesunde Verpflegung oder ein sauberer Arbeitsplatz.

– Erst die Basics erledigen, das ist die wichtigste Grundlage. Dazu muss man aber wissen, was die MitarbeiterInnen wirklich benötigen. Also Hand aufs Herz, wann haben Sie das letzte Mal eine Mitarbeiterbefragung gemacht?

Literaturtipps:
– KarrierenStandard als Druckmedium oder E-Paper – immer lesenswert
– Whitepaper von epunkt: „Was Mitarbeiter wirklich wollen“ zu beziehen über http://www.epunkt.com

Genüsslich die Gesundheit fördern – gutes Essen als Prävention!

Der Fehlzeitenreport bringt es auf den Punkt: Im Schnitt sind die österreichischen ArbeiternehmerInnen 13 Tag krank (Stand 2018). Abgesehen von den Unannehmlichkeiten für die Erkrankten hat das einen immensen Einfluss auf die Produktivität von Unternehmen und damit auf die Volkswirtschaft. Ursachenforschung wird schon seit längerem betrieben, dabei haben sich vier große Gruppen heraus kristallisiert: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erkrankungen der Atemwege, physische Überbelastung und Muskel-Skelett-Erkrankungen. Welche präventiven Maßnahmen können Unternehmen also setzten um dem gegenzusteuern?

Im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) konzentrieren sich viele Unternehmen darauf, ein gesundes Arbeitsumfeld zu schaffen. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Mitarbeiter-Restaurant. Durch eine ausgewogene Ernährung kann die Gesundheit aktiv unterstützt werden, das ist natürlich der augenscheinlichste Aspekt. Das Restaurant ist aber auch ein zentraler Ort des Austausch und der Kommunikation, schließlich gehen fast alle MitarbeiterInnen zumindest einmal pro Tag dort hin. Es lassen sich also hier hervorragend Marketingbotschaften die Gesundheit betreffend platzieren und kommunizieren.

Speziell in Produktionsbetrieben spiegeln sich lieb gewonnene Gewohnheiten und Traditionen sehr oft auf dem Speiseplan wieder. Regionale Spezialitäten und traditionelle Gerichte stammen zumeist aus einer Zeit, wo der Alltag von schwerer körperlicher Arbeit dominiert und ein entsprechender Kalorienbedarf notwendig war. Das passt aber nicht mehr in den heutigen Arbeitsalltag. Um jetzt einen Umgewöhnungsprozess zu starten können unterschiedliche Wege eingeschlagen werden. Auf einigen Speiseplänen tauchen plötzlich grün, gelb und rote Punkte auf. Analog zur Verkehrsampel werden vermeintlich „ungesunde“ Speisen rot (also stopp, nicht essen!) und „gesunde“ Speisen grün (diese essen!) markiert. Damit soll das schlecht Gewissen angesprochen werden.

Eine bessere Methode folgt dem Motto „verführen statt belehren“ und setzt gezielt auf ein besonders attraktives Angebot von nachhaltigen und die Gesundheit fördernde Optionen. MitarbeiterInnen werden somit motiviert, von sich selbst auf diese Alternativen zu greifen. Ein gutes Beispiel dafür ist das Konzept Peter + Silie, welches von Sodexo zusammen mit Roland Trettl entwickelt wurde. Alle Gerichte sind vegetarisch oder vegan, zeichnen sich durch eine besonders attraktive Zusammenstellung von Zutaten aus, und werden auffallend und ansprechend angerichtet bzw. präsentiert. Erfahrungen aus sehr traditionellen Produktionsbetrieben haben gezeigt, dass dieses Konzept funktioniert und der Anteil an konsumierten Gerichte stetig steigt.

Ebenfalls schon ein Muss in jedem modernen Mitarbeiter-Restaurant ist das Salatbuffet. Eine aktuelle Weiterentwicklung ist die Inszenierung von Frische um noch mehr Aufmerksamkeit zu erreichen. Neben der klassischen Auswahl an Rohkostsalaten werden auch Salatkompositionen angeboten. Diese werden frisch vor den Augen der Gäste zubereitet und z.B. auf besonderem Geschirr angerichtet. Dabei wird über die Herkunft der Produkte und deren positiven Auswirkungen auf die Gesundheit informiert.

Hack your company culture – Inspiration # 1 – get the flow

Am 5. und 6. Mai 2020 findet der nächste Coporate Culture Jam in der alten Ankerfabrik in Wien statt. Diesjähriges Motto: MUT – Treibstoff der Transformation || Hack your culture – mutige Wege in das Neue!Wie mutig müssen wir auf allen Ebenen im Unternehmen sein, damit Transformation gelingt? Welche „culture hacks“ können uns dabei helfen, das Alte loszulassen und uns in das Neue zu wagen? Sodexo Österreich nimmt auch dieses Jahr am Jam Teil. Im Vorfeld dazu 10 Inspirationen für mehr Veränderung, Transformation und Agilität in der Unternehmenskultur.

Brother Europe International veröffentlichte unlängst eine umfangreiche Studie zum Thema Arbeitsplatz der Zukunft. Isao Noji, Chairman & Managing Director, schreibt darin im Vorwort: „Gesellschaft, Technologie und Designinnovationen beeinflussen nicht einfach die Art, wie wir arbeiten – sie verändern die DNA der gesamten Arbeitswelt grundlegend.“ In der DNA wird das Erbgut, also die Vergangenheit, gespeichert. Für Unternehmen auf dem Transformationsweg zu mehr Agilität kann das durchaus zu einem Hindernis werden. Aber deshalb gleich die gesamte Unternehmens-DNA wegwerfen? Nein, ganz im Gegenteil. Werte spielen heute wieder eine ganz große Rolle, und viele sind als essentieller Teil in die DNA von Unternehmen eingebettet. Besser ist es da, mit eine „DNA Schere“ die bremsenden und hindernden Teile zu entfernen ohne die wertvollen Teil zu beschädigen. Die Herausforderung liegt darin, Hinderndes und Wertvolles zu identifizieren.

In der Studie von Brother werden drei große Säulen für die Transformation von Unternehmen genannt:
– Die Evolution der Arbeitskultur: Kreativität und Kollaboration
– Die technologische Revolution: Produktivitätspotentiale erschließen
– Konzept, Gestaltung, Umfeld – der nahtlose Arbeitsplatz der Zukunft

Um ein Unternehmen bereit für einen Transformationsprozess zu machen muss es in den richtigen „Flow“ kommen. Was bedeutet das? Alle Stakeholder in einem Unternehmen müssen vor Beginn des Change-Prozess eingenordet werden, um das gleiche Verständnis für die Notwendigkeit der Veränderung zu bekommen. Dabei spielt die tatsächliche Überzeugung eine entscheidende Rolle für einen gesicherten Erfolg. Beides, Verständnis und Überzeugung, lassen sich nur durch sehr viel Interaktion und Kommunikation erreichen. Je mehr alle Stakeholder in den Prozess von Anfang an eingebunden werden, je stärker wird dieser mitgetragen. Das mag länger dauern und mehr Aufwand bedeuten, die große Anzahl an erfolgreichen Unternehmenstransformationen belegen aber den Erfolg. Denn diese haben alle eines gemeinsam, sie sind diesen Weg gegangen.

Aber zurück zum „Flow“. Sehr oft wird im Zusammenhang von Transformation von der „Start-Up Mentalität“ gesprochen, gerne der Vergleich von Schnellboot und Tanker verwendet. Historisch gewachsene Unternehmen sind oft behäbiger und schwerfälliger (also Tanker), Start-Ups sind dynamisch und agil (also Schnellboote). Grundlage für diese Dynamik sind flache Hierarchien, schnelle Entscheidungen, extreme Flexibilität, sehr viel Kreativität und vor allem ein stetiges Miteinander mit dem gleichen Ziel vor Augen. Kollaboration im besten und reinsten Sinne, genau das ist der „Flow“. Eine Annäherung an diesen Zustand in großen Unternehmen vor dem Aufbruch in die Transformation muss die Zielsetzung sein.

Dazu ein weiteres Zitat aus der Arbeitsplatz-Studie von Brother Europe International: „Pflegen Sie die richtige Kultur. Um den digitalen und betrieblichen Wandel erfolgreich zu bewältigen, muss Ihr Unternehmen eine Kultur entwickeln, die sich in Menschen verkörpert – nicht in Dokumenten, Gebäuden oder Prozessen. Ihre Unternehmenskultur muss überzeugend und bereichernd sein, und sie muss inklusiv genug sein, um Menschen im Alter von 20 bis zu 70 Jahren gleichermaßen ihr Bestes zu entlocken. Um eine solche Unternehmenskultur zu entwickeln, zu kommunizieren und zu verankern, benötigen Sie Qualitätsmanager mit exzellenten Führungsqualitäten und großer sozialer Kompetenz. Mit dem richtigen Team kann Ihr Unternehmen eine inklusive und flexible, vielfältige und nicht-hierarchische Kultur schaffen, gestützt auf exzellente Verhaltensrichtlinien.

Unsere 3 Inspirations-Tipps zum Schluss:
– Nutzen Sie interaktive Formate wie Workshops oder Design Thinking Sessions um alle Stakeholder abzuholen.
– Der Weg ist das Ziel! Eine 100%ige Umsetzung eines großen Transformationsprozess wird selten gelingen, besser ist es über die bestmögliche Annäherung als Zielsetzung nachzudenken.
– Warum das Rad immer neu erfinden. Profitieren Sie von den Erfahrungen anderer, z.B. beim Corporate Culture Jam.

Literaturtipps:
Arbeitsplatz der Zukunft – Eine Studie von Brother (www.brother.de)
Workplace Study (www.sodexo.com)


Coffee is the hero – spannende Kaffee-Trends in 2020!

Was wäre der Montagmorgen ohne einen frischen Espresso, Cappuccino oder Caffè Latte? Gute Kaffee ist aus unserem Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken, besonders nicht in den neuen Arbeitswelten. Hier geht der Trend eindeutig weg von der „anonymen“ Kaffeeküche mit einem Kaffeevollautomaten hin zu einer zentralen Barista-Kaffeebar. Nicht nur das dort Kaffeekultur zelebriert wird, sie ist auch der zentrale Treffpunkt und ein Ort der Kommunikation und des Austausches. Um bei den Trends zu bleiben, da kommen spannende Zeiten auf Kaffeeliebhaber zu. Grundsätzlich vorausgeschickt, eines wird sich auch in Zukunft nicht verändern. Der Anspruch an höchste Kaffeequalität bleibt, aber nicht ohne kritisch zu hinterfragen, wie und wo dieser angebaut wurde. Fair Trade und nachhaltiger Anbau werden schon jetzt als selbstverständlich vorausgesetzt. Als neues Thema kommt die nachhaltige Verpackung dazu, also Verzicht auf nicht abbaubare Verbundstoffe oder Folie.

Ganz spannende Trends werden uns demnächst aus den USA erreichen, wo Kaffeekultur gerade einen absoluten Hype erlebt. Neben warmen Kaffee-Spezialitäten kündigt sich eine Welle von Neuheiten für den Sommer an. Mischgetränke wie Kaffee & Cola oder Kaffee Spritzer. Hier wird kaltgebrühter Kaffee mit Cola oder Sodawasser zu Erfrischungsgetränken gemischt. Als neue Zubereitungsmethode kommt „snappchilled“. Während kalt gebrühter Kaffee meist am Vortag angesetzt wird, längere Zeit für die Zubereitung benötigt und andere Aromen freisetzt, wird mit der „snappchilled“ Methode heißer Kaffee schnell herunter gekühlt. Somit fängt man die Aromen des Heißbrühens ein und hat trotzdem ein kühles Erfrischungsgetränk.

Auch der Gesundheitstrend macht vor dem Kaffee nicht halt. Während Milch-Alternativen wie Soja- oder Hafermilch schon weit verbreitet sind, sind neue Varianten wie Cashew-, Reis-, Kokosnuss-, Haselnuss-, Macadamia- und Erbsen-Milch als neuer Trend zu erwarten. Kaffee wird aber durch Beigabe von unterschiedlichen Zutaten auch zum Super-Food-Drink. Hier kündigen sich Kreationen wie Pilz-Kaffee, Maca-Latte (Maca ist eine Wurzelknolle aus den peruanischen Hochlagen der Anden) oder Kollagen-Cremer an. Durch diese Getränke soll der Stoffwechsel angeregt und das Immunsystem gestärkt werden.

Keine große Neuheit ist, dass zunehmend jüngere Konsumenten gerne zu Kaffee als Alternative zu Energy-Drinks greifen. Daher wird sich die Auswahl an fertigen Coffee-Drinks in Dosen bzw. Flaschen in der nächsten Zeit erweitern.

Um für alle Fälle (oder Trends) gerüstet zu sein, hat sich auch einiges bei den Kaffeemaschinen getan. Neuester Trends ist die Modbar des italienischen Herstellers La Marzocco. Hier sind in eine Arbeitsplatte unterschiedliche Geräte für verschiedene Zubereitungsmethoden verbaut, wobei die dazu notwendige Technik dazu unter der Arbeitsplatt quasi optisch verschwindet. Das Ergebnis ist die Konzentration auf das Wesentliche – den Kaffee.