Der dritte Ort

Blurred background of customer sitting in coffee shop or cafe restaurant with bokeh light..

Der Soziologe Ray Oldenburg prägte in seinem 1989 erschienen Buch „The Great Good Place“ den Begriff des Third Place. Damit bezeichnet er Orte, die weder das Zuhause (First Place) noch den Arbeitsplatz (Second Place) darstellen. Third Places dagegen sind Orte des interkulturellen und sozialen Austausches, die maßgeblich zu Verständigung und gegenseitigem Kennenlernen beitragen. Sie setzen kreative Kräfte frei und sollen sogar Blockaden lösen. Sie kennen das: Man sitzt am Schreibtisch vor einer Problemstellung und findet einfach keine Lösung. Erst am Abend mit Freunden in einem Café oder am Esstisch mit der Familie kommt der erlösende Einfall!
Ray Oldenburg antwortete auf die Frage, ob sich Unternehmen mehr für die Entstehung von Third Places einsetzen sollten: „Ich denke, Third Places spielen schon eine Rolle, wenn man gute Mitarbeiter halten möchte (…). Wenn Mitarbeiter die Möglichkeit haben, Third Places zu nutzen, bedeutet dies für Unternehmen einen großen Sprung nach vorn, hin zu mehr Interaktion und Vielfalt in einer vielfältigen Welt. Und mit Vielfalt meine ich ziemlich viele Dinge: Rasse, Religion, Ethnie, aus welchem Landesteil man kommt, sozioökonomische Unterschiede und vieles mehr, was die Menschen voneinander unterscheidet und füreinander interessant macht.“
Auf die Frage ob interne Third Places in Unternehmen sinnvoll sind, sagte Oldenburg: „Bringt Kaffee die Menschen zusammen? Viele wetten, dass das so ist. Doch die Menschen brauchen manchmal Auszeiten. Man kann bei der Arbeit viele Freundschaften und gute Beziehungen haben. Ich denke aber nicht, dass man sich darauf beschränken sollte. Third Places in öffentlichen Bereichen haben vielfältige Nutzer, was für die Entwicklung des Einzelnen besser ist. Hier kann Vielfalt auf eine viel angenehmere Art erlebt werden. Menschen sind gesellige Tiere, und glückliche Menschen befinden sich gern inmitten anderer glücklicher Menschen. Wer einen Third Place hat, hat mehr Freunde. Und je mehr Freunde man hat, desto länger lebt man. Unternehmen würden also gut daran tun, das Entstehen von Third Places zu fördern. Den Beschäftigten Auszeiten zu ermöglichen, kann durchaus dazu beitragen, gute Mitarbeiter zu halten. (1)“

Trotz Flexibilität, Agilität und Schnelligkeit braucht es also immer auch Auszeiten und Momente des Innehaltens! Unternehmen, die dies berücksichtigen und ihren FM-Dienstleister frühzeitig in die Planung mit einbeziehen, tragen maßgeblich zum Erfolg ihrer Projektteams bei.

Agilität, Arbeitswelten Ausgabe III

1 Interview mit Ray Oldenburg / https://www.steelcase.com/eu-de/forschung/artikel/themen/de -sign-q-a/interview-mit-ray-oldenburg/

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