Mrs. Spock – einen Statusbericht bitte!

BeitragsbilderDer Gender Gap Report 2018 des Weltwirtschaftsforums (WEF) ließ mit dem darin beschriebenen Studienergebnis aufhorchen, dass die Gleichberechtigung weltweit stagniert. In einigen Bereichen wachse die Kluft sogar weiter, warnte das Weltwirtschaftsforum (The Gender Gap Report 2018 / World Economic Forum / 2018). Im jetzigen Tempo werde es 108 Jahre dauern, bis die globale Lücke zwischen den Geschlechtern geschlossen ist. Bis zur Gleichstellung am Arbeitsplatz soll es noch 202 Jahre dauern. Sprechen wir also von Science-Fiction? Müssen wir davon ausgehen, dass es noch so lange dauern wird, bis schließlich im Jahr 2220 auf der Brücke des Raumschiffs Enterprise das Verhältnis der diensthabenden weiblichen und männlichen Offiziere ausgeglichen ist?

Anlässlich des Weltfrauentags 2019 brachte das Beratungsunternehmen Accenture eine Studie mit dem Titel „Getting to Equal 2019“ heraus (Getting to Equal 2019 / accenture / 2019). Diese bestätigt, dass eine Kultur der Gleichstellung einer der wichtigsten Faktoren für Innovationen in Unternehmen ist. Die Innovationsbereitschaft und -fähigkeit der Mitarbeiter ist in Unternehmen mit einer starken Gleichstellungskultur sechsmal höher als in den Unternehmen mit der geringsten Gleichstellung. Diese Mitarbeiter haben zudem weniger Angst zu scheitern oder einen Fehler zu machen. Für die Wirtschaft birgt das enorme Chancen: Die Autoren der Studie rechnen damit, dass das globale Bruttoinlandsprodukt in zehn Jahren um bis zu 7,1 Billionen Euro steigen würde, wenn die Innovationsdynamik in allen Ländern um zehn Prozent zunähme.

Die erwähnte Studie definiert eine Kultur der Gleichstellung anhand mehrerer Faktoren am Arbeitsplatz, die bestimmen, ob besonders Frauen der Weg nach oben ermöglicht wird, darunter ein progressives Führungsteam, diskriminierungsfreie Strukturen und ein befähigendes Umfeld. Die Studienergebnisse belegen, dass eine Kultur der Gleichstellung nicht nur für die Verbundenheit der Mitarbeiter mit dem Unternehmen, sondern auch für die Entwicklung des Unternehmens selbst enorm wichtig ist. Unter den Befragten der Studie zeigen demnach Menschen aller Geschlechter, sexuellen Identitäten, Altersgruppen und Ethnien in gleichberechtigten Arbeitskulturen eine stärkere Innovationsdynamik. So sind beispielsweise Mitarbeiter in einem Unternehmen mit einer starken Gleichstellungskultur sechsmal häufiger der Meinung, dass sie nichts von Innovationen abhält (46 Prozent in Unternehmen mit einer sehr guten Gleichstellungskultur gegenüber 7 Prozent in Unternehmen mit einer schlechten Gleichstellungskultur). Das bedeutet also im Umkehrschluss, dass Unternehmen die Gleichstellung dauerhaft vorantreiben müssen, wenn sie den Boden für Innovation bereiten wollen.
Ein interessantes Detail der Studie: Während 76 Prozent der Führungskräfte weltweit angaben, dass sie ihre Mitarbeiter in die Lage versetzen, innovativ zu sein, sind nur 40 Prozent der Mitarbeiter derselben Meinung. In einer gleichberechtigten Kultur sind die stärksten Faktoren, die innovatives Denken ermöglichen, die Bereitstellung relevanter Qualifizierungsmaßnahmen, flexible Arbeitszeitregelungen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

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